247. Newsletter - sicherheitskultur.at - 14. Juli 2026
von Philipp Schaumann
Letzte Ergänzungen 14.07.2026
Themen-Überblick aller Newsletter
Hier die aktuellen Meldungen:
1. Smartphone-Nutzung der Eltern
Dass weniger Smartphone-Nutzung offenbar gut für die Psyche von Kindern ist, das habe ich ja bereits oft berichtet. Nun wurde untersucht, wie die Smartphone-Nutzungszeit der Eltern mit der Psyche der Kinder zusammenhängt: ↑(opens in a new tab)Teenager, deren Eltern häufig am Handy hängen, zeigen mehr Unsicherheiten. Die Überschrift des Artikels zur Studie bringt die Vermutung auf den Punkt: ↑(opens in a new tab)“Mommy, do you love your phone more than me?”: Parental device use and the adolescent-caregiver attachment bond. Natürlich muss man dazu sagen, dass dies 'nur' eine Korrelation ist und kein Nachweis der Kausalität. Aber trotzdem spricht vieles dafür, dass auch Eltern ihre Smartphone-Nutzung hinterfragen.
Ich hatte in einer früheren Ausgabe über den Vorschlag eines Mediennutzungsvertrags zwischen Eltern und Kindern berichtet. Darin müssen natürlich nicht nur die handy-freien-Zeiten für die Kinder geregelt werden, sondern auch handy-freie-Zeit für die ganze Familie, zumindest bei den gemeinsamen Mahlzeiten, aber warum nicht auch bei anderen gemeinsamen Aktivitäten, zB Ausflügen.
Das bedeutet wohl auch, dass die Diskussionen über Handyverbote für Kinder wohl deutlich zu kurz greifen. Nicht nur Kinder haben ein Problem mit Social Media. Die Suchtfaktoren zu entfernen oder zumindest zu entschärfen wäre wohl auf jeden Fall ein wichtiger Faktor. Weiter unten zum Verbot in Australien - das läuft gar nicht gut.
Handynutzung in den Ferien
Der Standard bringt zum Beginn der Sommerferien ein Interview mit Smartphone-Coach Andrea Buhl-Aigner: ↑(opens in a new tab)Sommerferien nur am Handy? Fünf Regeln, die in Familien gut funktionieren (leider hinter Bezahlschranke). Sie geht davon aus, dass in den Ferien (weil viel mehr Freizeit und der Gefahr der Langeweile der Kinder) die sonst geltenden Regeln gelockert werden. Hier ihre 5 Punkte:
- Klare Absprachen verhindern viele Diskussionen. Nicht die bestehenden Regeln komplett aufheben, sondern anpassen, zB bleiben handyfreie Mahlzeiten und eingeschränkte Nutzung.
- Handy-Parkplatz einrichten. Der Abstand zwischen Körper und Gerät hilft. Das Handy wird nur geholt, wenn die vereinbarte Nutzungszeit beginnt.
- Kein Handy im Schlafzimmer, auch für die Eltern
- Langeweile ist gut! Erst dann entstehen Kreativität, Fantasie und eigene Ideen
- Eltern, Handy weg! "Wer ständig selbst aufs Display schaut, wird es schwer haben, glaubwürdige Regeln für den Nachwuchs aufzustellen."
2. AI-Produktivitätsgewinn oder Enshittification?
Beide Begriffe waren hier schon oft Thema, zB. zweifelhafte Produktivitätsgewinne oder Enshittification, dh Verschlechterungen durch AI. Heute gibt es neue Beispiele.
Amazon Prime hat die deutsche Synchronisierung eines Filmes von einer AI erzeugen lassen. Das hat nicht gut geklappt, der Film wurde wegen Zuschauerprotesten zurückgezogen: "emotionslosen Computerstimmen", eine "leblose und monotone Tonspur", "gefühllose Atmosphäre beim Zuschauen". Viele Übersetzungen waren wohl einfach falsch: ↑(opens in a new tab)"Ich sollte dort gestorben haben": Miserable KI-Synchronisation.
Viele Menschen berichten, dass sie ihre Texte selbst schreiben, aber dann von einer generativen AI sprachlich überarbeiten lassen. Das kann auch schief gehen. Bei Textverbesserungen wie Umformulierungen, Zusammenfassungen oder Rechtschreibprüfung durch KI kann sich leicht der Sinn verändern, zeigt eine Studie: ↑(opens in a new tab)KI-Tools schreiben Texte bei der Korrektur um. Tests mit mehreren AI-Modellen zeigten bei Themen wie Religion, Politik, Rollenverteilung Mann-Frau, Abtreibung oder Klima "systematisch tendenziöse Verzerrungen", die Aussage verkehrte sich manchmal sogar in das Gegenteil, oft nur durch kleine textliche Veränderungen. Dass AI-Systeme solche ↑(opens in a new tab)"Algorithmic Biases" [wiki] aufweisen ist bereits aus zahlreichen Studien bekannt, aber nur wenige Menschen rechnen damit, wenn sie ihre Text "verbessern" lassen und eine Rechtschreibkorrektur erwarten.
Auch das erwartet man nicht: ↑(opens in a new tab)A.I. Bots Told Scientists How to Make Biological Weapons. Es wurden die "üblichen" Tricks verwendet, um die Sicherheitssperren zu umgehen, zB. die Behauptung, man würde an einem Krimi arbeiten oder um vor diesen Risiken warnen zu können.
Bei Job-Bewerbungen
Das überrascht schon weniger: ↑(opens in a new tab)KI sortiert Bewerbende systematisch aus – und zwar klar rassistisch. Das ist eine Studie aus Harvard, die im großen Stil ausgewertet hat, wie die Erstauswahl von Bewerbungen durch AI-Sprachsysteme abläuft (4 Millionen Bewerbungen von 3,4 Millionen Menschen). Die Systeme entschieden klar rassistisch und bewerteten Angehörige von Minderheiten systematisch schlechter. Viele Unternehmen verwenden die gleichen AI-Systeme und wer da 'durchfällt' hat kaum noch eine Chance.
Noch ein zweifelhafter Produktivitätsgewinn: ↑(opens in a new tab)Vorstellungsgespräch mit einem KI-Bot: "Ich habe mich entmenschlicht gefühlt". Der Artikel berichtet von falschen Transkriptionen der Antworten der Bewerberin, die AI unterbricht die Antworten, lässt sich selbst nicht unterbrechen, erlaubt keine Rückfragen, nimmt Geräusche als Antwort und geht zur nächsten Frage und ähnliche Alpträume. Der Ablauf der Fragen scheint an Standard-Lebensläufen orientiert zu sein, wer da nicht reinpasst, der oder die fällt einfach raus. Wer sich da nicht "der Maschine ausgeliefert" fühlt, der oder die hat starke Nerven. Die Personalabteilungen rechtfertigen dies als Antwort auf die "Schwemme" von AI-generierten Bewerbungen.
Auch in Schulen und Universitäten
Die nächste Verschlechterung durch Produktivitätssteigerung findet in Schulen und Universitäten statt. Die Schulnoten werden teilweise ganz toll, aber nur, wenn es um schriftliche Prüfungsarbeiten ohne Aufsicht geht: ↑(opens in a new tab)Präsenzprüfung offenbart KI-Betrug an Eliteuniversität. Der Professor wunderte sich, dass der Notendurchschnitt bei der Zwischenprüfung bei 96 von 100 Punkten lag und 40 der Studierenden eine perfekte Punktzahl hatte. Für die Abschlussprüfung forderte er persönliche Anwesenheit - der Notendurchschnitt sank auf 48 Punkte und 27 traten erst gar nicht mehr an.
Das ist wohl kein Einzelfall, Berichte von tollen Notendurchschnitten (nicht nur an Universitäten) gibt es nun sehr viele. Meine Sorge ist, dass diese zukünftigen Experten mal die Welt "gestalten" werden und wohl nur begrenzt in der Lage sein werden, die Vorschläge, die die generative AI ihnen unterbreitet, kritisch zu bewerten.
Appstores voll von AI-Slop
Noch ein fragwürdiger Produktivitätsgewinn: Coding-Agenten übernehmen heute oft die ganze Programmentwicklung. Softwareentwicklung wird für alle zugänglich, die sich die Kenntnisse zur Nutzung der Agenten mittels Youtube aneignen und einfach loslegen. Nach ein paar Verbesserungsschritten tun die Anwendungen offenbar auch meist das, was sie sollen und werden dann auch oft als Apps in öffentliche App-Stores gestellt, siehe Grafik rechts.
Selbst falls diese Apps zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung keine Sicherheitslücken aufweisen, so werden sie mit wachsendem Alter durch die fehlende Wartung zu einem immer größeren Problem. Von 5.000 auf Vibe-Coding-Plattformen gehosteten und von Menschen auf Sicherheitslücken geprüften Apps hatten 2.000 grobe Sicherheitsprobleme. Eine Untersuchung durch Veracode fand in 45 Prozent der untersuchten veröffentlichen Anwendungen Lücken aus der Liste der ↑(opens in a new tab)OWASP [wiki] ↑(opens in a new tab)Top 10-Sicherheitslücken.
Es entsteht gerade eine Flut an Programmen ohne rudimentäres Verständnis der inneren Abläufe und der genutzten Technologien. Von der Nutzung muss eigentlich dringend abgeraten werden. Dass diese riskanten Programme für Nutzerinnen und Nutzer nur schwer zu erkennen sind, ist dabei das eigentliche Problem – dh man kann den ganzen "AI Slop" nicht einfach großräumig umschiffen. Der Artikel mit den Details: ↑(opens in a new tab)Zombie-Projekte und non-existente Sicherheit: Die dunkle Seite des Vibe Coding. Hier mein früherer Bericht zu Vibe Coding.
3. Adam Tooze zu '250 Jahre USA'
Aus Anlass '250 Jahre USA' denkt Adam Tooze über Analogien zu unserer 'verrückten' derzeitigen Welt und der ungewissen Zukunft nach. In seinem Text ↑(opens in a new tab)Alien v. Predator or MAGA meets AI - a "crossover" monument to the USA at 250 greift Adam Tooze viele 'meiner Themen' auf, aber er sieht diese Themen natürlich aus seiner global politischen und ökonomischen Sicht.
Hier seine Verunsicherungspunkte:
- Das wirtschaftliche Wachstum in China ist gigantisch - ↑(opens in a new tab)why China's economic development is unique in human history.
Chinas Produktion betrug 1974 ca. 2% der Welt-Produktion, in 2022 waren es 22% - so ein Wachstum eines Landes gab es noch nie. Was das chinesische Wachstum (basierend auf einer immer stärker werdenden Dominanz in vielen Technologien) mit der Weltwirtschaft machen wird, bleibt derzeit unklar. China "produziert" derzeit (geschätzt) ca. 30% aller Ingenieure weltweit - Die wirtschaftlichen Auswirkungen des AI-Booms sind noch vollkommen offen: wird die Bubble platzen (und wer wird beim Platzen mitbetroffen sein? (siehe SpaceX-Verwicklungen)
- oder wird die Wirtschaft durch generative AI vollkommen transformiert, was passiert dann mit den Arbeitsplätzen, wie würde unsere Gesellschaft dann aussehen?
- Und dann haben wir die USA mit den Unwägbarkeiten der vollkommen unverhersagbaren, korrupten und zerstörerischen 'MAGA-Politik'. Dazu der immer stärkere Einfluss der Tech-Oligarchen mit ihren schrägen und gefährlichen Ideen. Für alle anderen Länder ist das relevant durch das Aufkündigen, bzw. Ignorieren der bisherigen Verträge, die für eine gewisse Stabilität in den Beziehungen zwischen Ländern gegeben haben.
Tooze sucht nach literarischen Analogien und landet bei Batman, Alien and Predator. Batman liegt nahe, weil ihn die derzeitigen USA stark an ↑(opens in a new tab)Gotham-City [wiki] erinnern.
4. Meta Glasses als Basis eines AI-Überwachungsalptraums
Mark Zuckerberg ist immer gut für einen neuen Alptraum. Metas Smart Glasses waren von Beginn an ein Werkzeug für (fast) heimliche Bild und Tonaufnahmen. Aber Zuckerberg zeigt jetzt, dass man das noch steigern kann: ↑(opens in a new tab)Meta arbeitet an Super Sensing für die KI-Brille. Sie macht kontinuierlich Fotos und nimmt Ton auf, zB Gespräche – ohne Warnlicht.
Damit die Meta-AI möglichst viel über den jeweiligen Nutzer lernt, macht die Brille kontinuierlich Fotos und nimmt Gespräche auf. Damit die anderen Menschen dadurch nicht irritiert werden, wird dabei das sonst übliche Warnlicht deaktiviert. Diese Fotos und Gespräche werden durch AI-Systeme ausgewertet (angeblich alles lokal, aber das ist recht zweifelhaft) und als Basis für Handlungsempfehlungen der AI genutzt.
Falls sich so ein Konzept durchsetzt (dh von den Brillenträgern und ihrer Umwelt akzeptiert wird), werden natürlich andere nachziehen. Denn natürlich ist es für einen persönlichen AI-Assistenten wichtig, möglichst alles über den Brillenträger und auch sein Umfeld zu lernen.
Ob die Technologie in den USA geltenden Gesetzen zu Privatsphäre, Biometrie und Abhörgeräten entspricht, ist ↑(opens in a new tab)laut der Financial Times fraglich, für die EU sehe ich keine Chance, dass das erlaubt wird. Hier der vorige Beitrag zu Smart Glasses.
5. Recht auf Reparatur, aber vernetzte Geräte werden abgeschaltet
Zuerst die gute Nachicht. Die US-Behörde FTC hat entschieden: ↑(opens in a new tab)Farmer müssen ihre John-Deere-Traktoren nicht mehr hacken. Bisher nervte die Bauern, dass auch einfache Reparaturen nicht lokal vom 'Dorfschmied' ausgeführt werden konnten, sondern nur vom teuren und langsamen Kundendienst. John Deere ist legendär dafür, dass seine Traktoren immer unter seiner Kontrolle bleiben. Legendär ist, dass die ukrainischen Traktoren, die russische Plünderer nach Russland "exportierten" von John Deere auf die Ferne "abgestellt" wurden. Nach einer Verurteilung zu 99 Millionen US$ Entschädigung im Mai hat nun die Behörde für ein Recht auf Reparatur entschieden.
Vernetzte Geräte werden abgeschaltet
Nun zu den vernetzten Geräten: Im Mai hat Bose alle Cloudfunktionen auf sämtlichen ↑(opens in a new tab)Soundtouch-Lautsprechern abgeschaltet und den Funktionsumfang der Produkte erheblich eingeschränkt. Es ist nicht mehr möglich, Musik über die Soundtouch-App auf dem Lautsprecher abzuspielen. Die Stationstasten an den Lautsprechern lassen sich nicht mehr verändern, es gibt keine Sicherheitsupdates mehr und bereits erschienene Updates lassen sich nicht mehr einspielen. Die Produkte kamen erstmals 2013 auf den Markt und wurden bis 2015 angeboten. 11 Jahre alt und Schrott, die Kunden sollen endlich Nachfolge-Geräte kaufen.
Im Juni 2026 verkündet Sony, dass über ↑(opens in a new tab)70 Sony-Geräte alle Streamingfunktionen verlieren. Die meisten Geräte kamen zwischen 2010 und 2016 auf den Markt. Hier ein frührer Artikel zu Enshittification.
Bei anderen Geräten ist die Sicherheit so schlecht, dass sie leicht zu übernehmen sind: ↑(opens in a new tab)Romo robovac had security so poor, this man remotely accessed thousands of them. Der Techniker wollte sein PS5 gamepad als Fernsteuerung des Staubsaugers verwenden, und hatte alle 7000 Geräte weltweit unter seiner Kontrolle. Er hatte Zugriff auf das interne Layout der Wohnungen, über die IP-Adresse konnte er den ungefähren Standort herausfinden.
Smart Home immer weniger smart
Im Standard beschwert sich ein Technikfan: ↑(opens in a new tab)Der Enshittificator hat das Smart Home kaputt gemacht. Der Autor berichtet über ganz viele Klagen im Internet, dass digitale Dienste in Haus und Wohnung immer schlechter werden: "Lampen funktionieren nicht mehr, die Klimaanlage tut was sie will, und die Kamera (mit AI) macht aus jeder Amsel einen Einbrecher. Smart Home hat nie gut funktioniert, aber alles wird nur noch schlimmer."
Secure Data Recovery hat eine ↑(opens in a new tab)Umfrage in den USA durchgeführt und einen zehnstufigen "Frustration Score" für Smart-Home-User entwickelt. Dabei landen Apple und Google bei 8,4 bzw. 8,3 Punkten. Amazon mit Alexa schafft fast die Höchstwertung von 9,65 bei einem Maximum von 10. Auf den Plätzen folgen Philips, Samsung und Ikea.
Der norwegische Verbraucherrat trifft auf große Resonanz mit seiner Satire zum ↑(opens in a new tab)Berufsbild "Enshittificator", dessen Aufgabe es wohl ist, alle Dienste immer etwas schlechter zu machen.
6. Ergänzungen früherer Beiträge
Rechenzentren im Weltall
Nicht nur Musk will nun Rechenzentren im All bauen, auch Google hat daraus ein neues ↑(opens in a new tab)"Moonshot"-Projekt [wiki] gemacht. Ich habe einige Artikel verlinkt, die sagen, dass die Physik das mit unseren derzeitigen Technologien nicht hergibt. Die Details zu Rechenzentren im Weltall wurden in meinem früheren Beitrag verlinkt.
Raketenstarts als Marketing
Nun zu einigen Verwirrungen rund um das neue SpaceX. Zwei Moderatoren einer Talkshow sind verwirrt durch Gerüchte, dass das neue SpaceX ein eigenes AI-Smartphone anbieten möchte: ↑(opens in a new tab)SpaceX Showed Investors Prototype of Elon Musk’s New AI Device. Das besondere an diesem Smartphone ist, dass die (berüchtigte) AI Grok als Quasi-Betriebssystem genutzt werden soll. Das sieht für die Moderatoren so aus, als ob das neue SpaceX eine Telecom-Firma sein möchte, die sich ein eigenes Smartphone leistet.
Die beiden Moderatoren rätseln (vermutlich nicht ganz ernsthaft), was für eine Firma denn die neue SpaceX-Firma nun eigentlich sei. Das neue SpaceX hat viele Geschäftsbereiche: Raumfahrt als traditionelles SpaceX-Business (teilweise sehr profitabel durch die vielen Start der wiederverwendbaren Falcon-9-Raketen, aber sehr unprofitabel mit dem (bis jetzt noch recht experimentellen) Starship. Dazu als Nebenzweig der Raumfahrt das wohl profitable Starlink als Telekom-Business (mit dem eigenen Grok-Smartphone) und dann das zukünftig evt. mal wichtige xAI (mit Grok und dem sehr rechten Social Network X, vorm. Twitter).
Die Moderatoren vermuten, dass die Telecom-Firma Starlink das Raketen-Business, das mit seinen Starts und den genialen Landungen tolle Bilder und Videos produziert, quasi die (recht teure) Marketingabteilung ist. Wer das für übertrieben hält, kann sich den ↑(opens in a new tab)Prospekt für den Börsengang der AI-Firma SpaceX herunterladen, die Bilder von den Raketen sind toll und dominieren fast das Dokument. Hier meine Kommentare zum Dokument selbst.
Die Scam-Zwangsarbeitslager bleiben aktiv
Schreckliche Berichte von Amnesty Internetional und UN, offenbar hat sich die Lage für die Zwangsarbeiter:innen, die mittels Love-Scams und Krypto-Scams europäische und amerikanische Opfer ausnehmen müssen, nicht wirklich verbessert, fast alle Lager sind weiterhin aktiv, befreite Zwangsarbeiter:innen bekommen keinerlei Hilfe. Hier die Details zu den Scam-Lagern.
EU-Spyware-Ausschuss mit Spyware unterwandert
Das ist schon frech: Das kanadische Citizen Lab hat einen Bericht veröffentlicht, demzufolge das Smartphone eines Mitglieds des EU-Komitees zur Untersuchung von Staatstrojaner-Einsätzen in der EU mit der Pegasus-Spyware infiziert wurde. Alles zu Spyware im früheren Newsletter.
Wie lief das mit der "$TRUMP"-Kryptowährung?
Details, wie die große Bereicherung der Trump-Familie gelaufen ist: Fast 1 Million Käufer haben die "$TRUMP"-Kryptowährung gekauft, dabei 3,8 Milliarden verloren, davon sind 2,3 Milliarden an die Familie geflossen. Eine kräftige Geld-Verschiebung, tendenziell von arm nach reich. 😢 Details sind verlinkt.
Apple Siri
Ein ↑(opens in a new tab)Vergleichstest Apple Siri gegen Google Gemini (auf MacOS, da {↑(opens in a new tab)noch?} nicht verfügbar am iPhone) kommt zum Resumé: "Abschließend lässt sich sagen, dass Apple einen riesigen Sprung nach vorn macht. Zwar ist Siri AI vielleicht noch nicht ganz so „gescheit“ wie Gemini, die noch junge Apple-KI könnte aber rasch dazulernen. Jedenfalls ist die Lücke zwischen Gemini auf Pixel-Phones und Siri auf iPhones bis auf ein Minimum geschlossen worden." In der früheren Ausgabe mehr zu Apple Siri.
AI-Blase?
Öffentlich zeigt sich die Trump-Regierung von der großen Zukunft der AI-Investitionen überzeugt, aber ein interner Bericht der US-Treasury-Behörde sieht die Risiken und Ähnlichkeiten zur ↑(opens in a new tab)dotcom bubble [wiki] und warnt vor den Gefahren: ↑(opens in a new tab)Treasury Has a Draft Report Warning About the Dangers of an AI Bubble. Viele Details zur möglichen AI-Bubble in meinem früheren Beitrag.
Das Social Media-Verbot in Australien
Es läuft nicht gut mit dem Social Media-Verbot in Australien, die Details in der früheren Ausgabe. Hier jetzt ein Test: die Testpersonen hatten 50 Nutzerkonten eröffnet und dabei als Alter 16 Jahre angegeben, nur der australische Streamingdienst Kick versuchte, das Alter zu verifizieren. ↑(opens in a new tab)Studie: Online-Plattformen patzen bei Alterschecks in Australien. So viel zur Idee, wir verbieten das ganz einfach.
Interner Widerstand bei Palantir
Offenbar gibt es auch intern bei Palantir Widerstand gegen die extreme Verknüpfung des Unternehmens mit der Trump-Politik. Die Financial Times berichtet in einem ausführlichen Artikel: ↑(opens in a new tab)Pushback to the tech group's politics may threaten the core of its $330bn business. Nicht alle Mitarbeiter stehen hinter dieser Politik und es regen sich Bedenken, dass bei starken Gewinnen der Demokraten im Herbst 2028 gerichtliche Untersuchungen anstehen könnten. Dies wurde im großen Artikel zu Palantir ergänzt.
Meta droht eine Strafe
Die ↑(opens in a new tab)EU will nun endlich Meta zum Handeln zwingen. Es geht u.a. um die Suchtfaktoren wie Endlos-Scrollen und Autoplay bei Facebook und Instagram. Die Aussage der EU ist, dass die derzeitigen Zeitmanagement-Tools und die Kindersicherung nicht ausreichen. Es droht eine Strafe von bis zu 6% des Jahresumsatzes, was bei Meta mehr als 12 Milliarden Euro betragen könnte. Das klingt gut, aber ich bleibe skeptisch. Hier der frühere Artikel Social Media: Protokolle der Skrupelosigkeit.
2 Projekte zu Social Media-Resilienz
Die Uni St.Pölten hat gemeinsam mit Kindern 2 Projekte zu Social Media Resilienz durchgeführt: ↑(opens in a new tab)Jugendliche und Social Media: "Verbote haben noch nie funktioniert" - Projekt Counter Speech ("Gegenrede") . Bei der ↑(opens in a new tab)Meldestelle ZARA gingen im Beratungsjahr 2024/25 insgesamt 1716 Hassmeldungen ein, die Dunkelziffer ist jedoch weitaus höher. Die meisten der gemeldeten Fälle bezogen sich auf ethnische, nationale oder religiöse Zuschreibungen und waren nur teilweise strafrechtlich relevant. Gegen nicht verbotene, aber nicht minder herabwürdigende Formen von Hassrede gibt es das Mittel der Gegenrede.
Um Kinder dabei zu unterstützen wurde eine App entwickelt, die mit AI-Hilfe Antwortvorschläge auf Hasskommentare liefert – von humorvoll, schlagfertig bis zynisch. Ziel ist, andere Menschen, die nur mitlesen, zu motivieren, mitzumachen und auch gegenzureden.
Bereits öffentlich verfügbar ist das Produkt eines zweiten Forschungsprojekts der Universität, ebenfalls gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt. Beim Projekt "FIVE" geht es um Körperbilder auf Social Media. Die Problemstellung: Viele der Jugendlichen im Projekt entsprechen dem propagierten Körperideal, trotzdem war kein einziger zufrieden. Teil des Projekts ist ein Bildforensik-Tool, mit dem Jugendliche Manipulation bei den Fotos in Social Media selbst aufspüren können. Mehr Details im Artikel und den Websites der beiden Projekte (im Artikel verlinkt). Der Kurs zu Körperbildern wird mittlerweile von einem Schulbuch-Verlag vertrieben.
Solche Projekte ersetzen keine Regulierung wie die EU es versucht (siehe Strafandrohung gegen Meta), aber solche Projekte sind eine notwendige Ergänzung.