Externalitätsprobleme
Dies Problem Externalität ist verwandt mit dem Trittbrettfahrerproblem, aber hierbei geht es um Kosten die nicht vom Verursacher getragen werden. Ein gutes Beispiel ist Spam-Email, das heute (2009) 90% des Email-Verkehrs ausmacht (und damit einen erheblichen Kostenfaktor für die Internet-Infrastruktur darstellt), aber für den Spam-Versender nur extrem geringe Kosten verursacht.
Das gleiche gilt weitghehend für fehlerhafte Software. Die Nutzer müssen auf eigene Kosten die Pflege der Software durch Installation von Patches betreiben, ohne dafür entschädigt zu werden (anders als bei einer regulären Ware während der Gewährleistung).
Ein weiteres Beispiel sind die vielen ungepatchten Heim-PCs die für Botnetze genutzt werden. Die eigentlichen primären Verursacher sind die Kriminellen, die fremde Rechner und das öffentliche Gut "Internet" für ihren ökonomischen Vorteil nutzen wollen. Dann kommen als sekundäre Verursacher die Software-Hersteller in Frage, deren mangelhafte Software-Qualität (siehe Artikel Lausige Software) erst diese Fremd-Nutzung ermöglicht und die die Arbeit der Software-Nachbesserung den Anwendern überlassen. An dritter Stelle sind dann die Heim-PC-Nutzer, die aus Unkenntnis, Uninteresse oder anderen Gründen die Sicherheits-Aktualisierungen ihrer Rechner nicht aktiviert haben. Hier können zwar Kosten (d.h. Aufwand) entstehen, wenn der Rechner "gar zu sehr spinnt", aber die eigentlichen Kosten entstehen bei den Opfern der kriminellen Aktivitäten, z.B. der Denial-of-Service Angriffe.
Informationssicherheitsprobleme sind zum guten Teil eine Mischung aus Externalitätsproblemen und Trittbrettfahrer-Effekten. Kriminelle suchen Aktivitäten, bei denen Kosten von der Allgemeinheit oder anderen getragen werden, Schäden bei anderen auftreten und bei sich selbst nur Vorteile zu finden sind.
Der Artikel So Long, And No Thanks for the Externalities: The Rational Rejection of Security Advice by Users bringt gute Beispiele für Externalitäten bei Sicherheitsabwägungen zu Spam und Phishing. In beiden Fällen sind die Kosten beim Angreifer extrem gering, beim direkten Opfer halten sie sich (statistisch gesehen) sehr in Grenzen, aber bei den Anbietern von Infrastruktur (in diesen beiden Fällen die Internet-Provider und die Banken) fallen Kosten an, die das tausend- bis millionenfache der Gewinner der Täter ausmachen.